Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Startseite

Herzlich Willkommen in der Kirchengemeinde Kirchbarkau

Diese Seite ist in Vorbereitung...

 

Besonders zu Anfang eines Jahres wünschen wir einander viel Glück: Neues Jahr, neues Glück!

Vom Glück reden wir meistens in der Zukunft. Wir sind auf der Suche danach, wir haben es noch nicht in der Hand. In unserer Zeit ist Glück oft eng verbunden mit Wohlstand und Besitz, mit Freiheit und Unabhängigkeit, mit liebevollen Beziehungen und wohl auch mit Gesundheit. Und in der Regel wissen wir sehr gut, was Unglück ist: Armut, Krankheit, Einsamkeit, Langeweile, Tatenlosigkeit, erzwungene Gebundenheit an lieblose Menschen oder sonst menschenunwürdige Verhältnisse. Deshalb hängt das menschliche Glück im großen Umfeld natürlich auch ab von den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, in denen ein Leben eingebunden ist. Aber was ist das eigentlich noch, Glück?

 

Für das gesamte Wirken Jesu jedenfalls war es charakteristisch, dass er auf unnachahmliche Weise um das Lebensglück der Menschen besorgt war, mit denen er zusammenlebte oder denen er sonst begegnete und die oft ihr ganzes Leben nicht sehr glücklich verbrachten. Er hatte ganz konkret ihr Glück im Sinn, wenn er Menschen heilte, Sünden vergab, Ausgeschlossene in die Gemeinschaft zurückholte, Taube hören und Stumme wieder sprechen machte. Wenn er gerade den Verachteten die Liebe und Nähe Gottes zusprach und diejenigen kritisierte, die sich nicht um sie kümmerten. Jesus hat die Sorgen und Ängste der Menschen um ihn herum ernst genommen. Und er hat immer wieder zu Vertrauen in ihn eingeladen.

 

Ich glaube, glücklich zu sein, hat auch viel damit zu tun, immer wieder neu, in Schönem wie in Schwerem, Jesus vertrauen zu können und es immer wieder neu auf sein Wort hin zu versuchen.

 

Dazu möchte ich eine Geschichte von Jesus und Petrus aufgreifen, in der es zentral um Vertrauen geht. Darin sagt Simon Petrus zu Jesus: „Auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen“ (aus Lukas 5,5)

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Petrus und seine Gefährten hatten in der Nacht im See Genezareth keine Fische gefangen und nun waren sie mit ihren Booten wieder am Ufer zurück und wuschen ihre Netze. Jesus bittet dann Petrus, er möge ihn in sein Boot nehmen. So geschieht es und Jesus redet vom Boot aus zu den Menschen. Das tut gut, nicht im Gedränge bedrängt zu werden. Petrus erlebt dabei hautnah mit, wie Jesus vom Reich Gottes redet. Es beeindruckt ihn sehr.

 

 

 

Nun könnte die Episode so ausgehen: Jesus bedankt sich, Petrus lässt ihn am Ufer wieder aussteigen. Dann geht Petrus nach Hause, legt sich schlafen. Von der anstrengenden Nachtarbeit und dem Zuhören ist er müde und fertig.

 

Es geht aber anders weiter. Jesus fordert den Müden auf: „Fahre hinaus, dorthin, wo der See ganz tief ist, und dann wirf mit deinen Leuten die Netze zum Fang aus!“ Das jedoch scheint völlig sinnlos zu sein. Jeder Fischer weiß doch, dass die Fische nur in der Nacht nach oben kommen, wenn es nicht mehr so heiß ist. Deshalb protestiert Petrus auch zunächst: „Wir haben die ganze Nacht über mühsam, aber vergebens etwas zu fangen versucht!“ Doch dann beginnt etwas, was ungeahnte Folgen hat. Petrus versucht es doch, trotz seiner Bedenken. Darin ist er für mich ein Vorbild, vielleicht auch eine Zumutung. Obwohl er eben noch Nein sagen wollte, wagt er es jetzt, Jesus zu vertrauen: „Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen!“ Jesus so vertrauen zu können, hat für mich auch etwas mit Glück zu tun.

 

Vielleicht fragen Sie jetzt: Können wir wagen, Jesus so zu vertrauen? Bedeutet das wirklich Glück? Und schließlich sind wir ja keine Fischer am See Genezareth!

Aber es gibt doch Parallelen. Auch wir sind bisweilen müde und fertig. Wir sind dann enttäuscht, dass es nicht so gelaufen ist, wie wir es erhofft haben. Wer schon länger an einer Erkrankung leidet kennt dieses Gefühl. Es geht nicht wirklich voran. Jeder Tag ist anstrengend und kostet viel Kraft. Manche fühlen sich ausgelaugt und erschöpft. Wieder andere leiden eher unter einer schmerzenden Seele als unter einem schmerzenden Körper. Denn manche leiden unter alten Verletzungen, die sich tief in ihre Seele eingegraben haben. Wie eiternde Wunden keine Ruhe geben und immerfort schmerzen, so wirken sich diese alten Verletzungen der Seele aus. Und auch manche körperlichen Nöte haben da ihre Wurzeln.

Ruft Jesus mich, dass ich die alten Verletzungen in seiner Gegenwart anschaue und heilen lasse? Will er von mir, dass ich noch einmal jener alten Geschichte begegne? Soll ich – bildlich gesprochen – hinausfahren dorthin, wo das Wasser am tiefsten ist? Nicht alleine, sondern mit Gefährten, Begleiter*innen, die mir helfen und es mit mir wagen?

Andere leben mühsam mit ihrem Schmerz und mit ihrer Trauer. Es zerreißt sie beinahe, wenn sie daran denken, wie hilflos sie waren und dass sie nicht retten konnten. Sie trauern unsäglich. Ruft Jesus sie dorthin, wo sie so erfolglos und hilflos bis in die Nacht hinein gekämpft haben? Hat er für sie einen Auftrag? Will er sie dort, wo das Wasser am tiefsten ist? Auch sie nicht alleine, sondern mit Gefährten, die es mit ihnen wagen?

 

Ich weiß nicht, was Gottes Geist Ihnen sagt. Aber wenn er spricht, dann lohnt es, ihm zu vertrauen. Es lohnt sich, selbst gegen die gesammelten negativen Erfahrungen. Nicht alleine, sondern mit Gefährten und Gefährtinnen, die helfen können. Und wer einen Auftrag Jesu für sich hört, der ist eingeladen, mutig zu sein! Er ist nicht allein gelassen. Zuallererst ist Jesus auf geheimnisvolle Weise bei ihm. Und dann lohnt es, Begleiter und Begleiterinnen mitzunehmen.

Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen“ - Petrus hat es gewagt. Er hat auf Jesu Wort vertraut – ohne Garantie. Und er wurde so was von überrascht: „Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken“ (Lukas 5,7).

Simon Petrus wurde so was von überrascht, dass er überwältigt von dort zurückkam, wo das Wasser am tiefsten war. Er wurde reich beschenkt. Und er wurde zum Segen für viele. Petrus macht uns Mut, es ihm nachzumachen und glücklich zu werden, indem wir Jesus vertrauen. Aber dieses Glücklichsein bedeutet vielleicht nicht einfach die Erfüllung eigener Lebenswünsche, sondern eher die Erfahrung der Nähe und Ermutigung Gottes.

 

Gebet:

 

Jesus,

zu dir kommen wir, denn du heilst uns von innen her. Du führst uns deine Wege und berührst unsere Herzen mit deinem Wort.

Wir danken für deine große Liebe, mit der du uns Menschen begegnest. Wir danken dir, dass du uns freundlich anschaust und uns neue Perspektiven eröffnest.

Wir bitten dich: Stärke du unser Vertrauen in dich. Mach uns Mut, mit dir im Gespräch zu bleiben auch dann, wenn es uns schwerfällt. Lass uns mit dir dieses schöne, schwere Leben gestalten, das wir aus Gottes Hand empfangen und das du mit uns teilst heute und für immer. Und weise uns Wege, damit wir unserem Nächsten wie uns selbst guttun und nicht schaden. Behüte uns vor allem, was uns bedrückt, verdirbt und verführt.

Wir bitten dich heute besonders für alle, die starr, verbittert, müde, mutlos und fertig sind: setze du sie in Bewegung. Wir denken an Menschen, deren gute Vorhaben unter die Räder gekommen sind: Gib ihnen neuen Mut! Wir denken an Verzagte und Niedergeschlagene: Sei du ihnen Kraft und Stärke! Wir denken an Freunde, die sich im Wirrwarr unserer Zeit nicht zurechtfinden: Schenke ihrem Geist Klarheit! Wir bitten für alle, die nur ihre Pflichten sehen und darüber die Freude am Leben verlieren; für alle, die von Schuldgefühlen gequält werden; erleuchte du ihre Wege, damit ihnen neue Lebensfreude erwächst. Amen

 

 

Mit herzlichem Gruß

Pastorin Andrea Simowski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Weihnachtsfilm - auch im Januar noch schön:

 

Kalender